Herbert Temme (1944-2019)

Trauerfeier und Begräbnis in Bad Boll standen unter dem Wort des neutestamentlichen Verses der Herrnhuter Losung des Sterbetags, 5. Juli 2019: In ihm (Christus) leben, weben und sind wir. (Apostelgeschichte 17,28)

Dieses Wort können wir als Waldenservereinigung von ganzem Herzen auf Herbert Temme beziehen – war er doch „ein Weber“ für uns, heute heißt es „Netzwerker“. Er hat über viele Jahre in Beirat und Vorstand der Waldenservereinigung gewirkt – zuletzt als ihr Präsident. Erst im April 2019 wurde er aus diesem Amt verabschiedet (vgl. unten).

Abschied von Herbert Temme

Die Deutsche Waldenservereinigung nimmt Abschied von ihrem ehemaligen Präsidenten und Ehrenmitglied, Herbert Temme. Unser tief empfundenes Beileid ist verbunden mit großem Dank für alles Gute und Segensreiche, das Herbert Temme über Jahrzehnte hinweg für „seine Waldenser“ mit Gottes Hilfe bewirkt hat.

Herbert Temme hatte keine waldensischen Vorfahren, wuchs jedoch in der nordhessischen Hugenottensiedlung Bad Karlshafen auf, der Heimatregion seines Vaters. Durch die Heirat seiner Frau Sigrid durfte er die Waldenser in besonderer Weise kennen und schätzen lernen und wurde in diesem Bereich bald selber aktiv.

Überall hat Herbert Temme bei der Deutschen Waldenservereinigung sichtbare Spuren hinterlassen, die noch lange nachwirken werden: Als Beiratsmitglied, Schriftführer und Präsident – als Brückenbauer, und auch als Reiseleiter, unermüdlicher Mitarbeiter rund um das Henri-Arnaud-Haus und des beliebten und erfolgreichen Waldenserfestes am 1. Mai, Schriftleiter des Waldensermagazins, sowie als Prädikant.

Besonders wichtig war ihm die Kontaktpflege zu den deutschen Waldensersiedlungen sowie zur italienischen Waldenserkirche mit all ihren Einrichtungen und Werken. Viele – auch sehr persönliche – Freundschaften zu unseren Schwestern und Brüdern in Italien sind entstanden. Von der großen Wertschätzung, die Herbert Temme entgegengebracht wurde, zeugen auch die aufrichtigen Beileidsbekundungen, die uns aus Italien erreichten.

Die Waldenser haben das Leben von Herbert Temme nachhaltig geprägt. Stets konnte er sich dabei auf die Unterstützung seiner Frau Sigrid verlassen. Dafür danken wir ihr herzlich. Und so war es ihm bis zuletzt möglich, Einfluss zu nehmen und Kontakte zu pflegen.

Für Herbert Temme stand nie allein die beeindruckende Geschichte der Waldenser im Mittelpunkt. Viel wichtiger war ihm der lebendige Glaube und das Bekenntnis zu unserem Herrn Jesus Christus, wie es auch die Präambel der Satzung der Deutschen Waldenservereinigung ausdrückt: Wir stehen auf der Grundlage des Evangeliums. Dieses zentrale Bekenntnis war für ihn Gesetz und hat sein Handeln bestimmt.

Uns allen sei daher ein Wort des Apostels Paulus mit auf den Weg gegeben, das für das Leben und Wirken von Herbert Temme kennzeichnend war:

Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. Röm. 12, 12

Aber auch ein Wort aus der Offenbarung des Johannes hat in diesen Tagen besondere Bedeutung:

Sei getreu bis in den Tod- und ich will dir die Krone des Lebens geben. Offenbarung 2, 10b

Wir vertrauen darauf, dass Herbert Temme in alle Ewigkeit in Gottes Hand geborgen ist. Gott möge seiner Familie in der schweren Zeit des Abschiednehmens besonders nahe sein. Sein Licht, das in der Finsternis leuchtet, sei ihnen allen Kraftquelle und Zuflucht.

Auch im Tod wird Herbert Temme einen Platz bei „seinen Waldensern“ behalten.

Vorstand und Beirat der Deutschen Waldenservereinigung

Bad Boll / Schönenberg, 12. Juli 2019

Korrektur: Herbert Temme war nicht – wie im Zeitungsartikel geschrieben – zum Ehrenpräsidenten, sondern zum Ehrenmitglied ernannt worden.