Die göttliche Taschenlampe

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.
Psalm 119,105

Nachtwanderung auf der Kinderfreizeit: „Dürfen wir eine Taschenlampe mitnehmen?“, fragen die Kinder. „Nein, dürft ihr nicht! Nur wir Mitarbeiter haben welche dabei“, lautet die Antwort für gewöhnlich. Manches Kind mag nicht mitgehen. Die Nähe der Freundinnen oder der Mitarbeiter, die sie/ihn an der Hand fassen, hilft aber meist, diese Angst zu überwinden. Was in dunkler Ungewissheit liegt, kann Angst machen. Vor allem, wenn ich den Weg gar nicht kenne, ihn zum ersten Mal gehe. Ich muss vertrauen: Jemandem, der den Weg kennt. Und der im Zweifelsfall immer wieder einmal kurz die Taschenlampe anmacht, einen Lichtstrahl fallen lässt auf etwas, was bisher verborgen war. Und dann verliert es seine Bedrohlichkeit.

Für den Pfarrer Henri Arnaud, dessen 300. Todestag in diesem Jahr Anlass für Veranstaltungen zur Geschichte und Bedeutung der Waldenser ist, war Gottes Wort so wie eine Taschenlampe auf einem Weg durch das unbekannte Dunkel. Mit dem Gottvertrauen, das aus dem Wahlspruch „lux lucet in tenebris“ spricht, führte er die vertriebenen Waldenser in die neue Heimat u.a. in unseren Kirchenbezirk.

Im Gespräch mit Gott, im Lesen der Bibel, im Hören auf die Ratschläge anderer Menschen, die für mich im Gebet sind, können sich mir die nächsten Schritte erhellen.

Pfarrer Markus Epting, Ötisheim

Foto: Henri-Arnaud-Denkmal vor der Henri-Arnaud-Kirche in Schönenberg
(© Carolin Becker)