Zum Gedenken an Werner Eiss (1934-2021)

Am 31. Mai starb Werner Eiss. Die Deutsche Waldenservereinigung (DWV) gedenkt ihm mit Hochachtung und Respekt und große Dankbarkeit. Wir erinnern uns an ihn als einen Menschen mit unerschütterlichem Gottvertrauen.

Nachruf von Dorothea Vinçon, 1. Vorsitzende der DWV, bei der Beerdigung am 9. Juni 2021

Bisingen/Schönenberg

Hochachtung und Respekt!
Über 30 Jahre war Werner Eiss bei der Deutschen Waldenservereinigung überaus aktiv und hat sich für die Waldenser in Deutschland und in Italien engagiert – dies alles ehrenamtlich zusätzlich zum Pfarrdienst! Ab 1964 war er als Schriftleiter des Der Deutsche Waldenser (Vorgänger des heutigen Waldenser Magazin) tätig. Zudem war er ab 1968 Stellvertretender Vorsitzender der DWV – was damals in der Praxis bedeutete Geschäftsführer zu sein. Von 1992 bis 2001 war er Präses (1. Vorsitzender). 2004 wurde er zum Ehrenmitglied der DWV ernannt.

Werner Eiss war auch Organisator und Reiseleiter unzähliger Reisen in die Waldensertäler. Und so saß auch ich mit meinen Eltern als kleines Mädchen von gerade mal vier Jahren mit im Reisebus um das erste Mal in die Waldensertäler im Piemont zu reisen. Er organisierte sogar eine Reise zur Waldenserkirche am Rio del la Plata in Südamerika.

Über alles dies hinaus blieb er ein unvergessener, unermüdlicher Brückenbauer – insbesondere in der schweren Zeitepoche nach 1945. Es war ihm ein Herzensanliegen die durch dem Zweiten Weltkrieg verursachten Gräben, zwischen der Waldenserkirche in Italien und den Waldensern in Deutschland, zu schließen. Viele – auch sehr persönliche – Freundschaften zu unseren Schwestern und Brüdern in Italien sind entstanden.

Unerschütterliches Gottvertrauen!
Er machte das deutlich in einem Beitrag im Waldenser Magazin 257 (2017/1): „Meine Erinnerungen an Enrico Geymet (1904-1982)“. Werner Eiss war in einer herzlichen und innigen Freundschaft und Geschwisterlichkeit mit diesem Waldenserpfarrer verbunden. In seinem Aufsatz schreibt er über Enrico Geymet: „Dies war … das Motto für den Dienst und die Lebensarbeit von Enrico Geymet: Kämpfer Jesu Christi zu sein, Kämpfer mit der Waffe der Liebe zu IHM und den Menschen.

„Sei ein tapferer Streiter Jesu Christi“ so rief er mir zu, als ich in tiefer Trauer war, und so etwas kann man nur einem Freund sagen, mit dem man tief verbunden ist.“ Und so darf ich heute hier sagen: Wie Geymet war Eiss ein Kämpfer Jesu Christi, ein Kämpfer mit der Waffe der Liebe zu Jesu Christi und den Menschen.

Für Werner Eiss stand der lebendige Glaube und das Bekenntnis zu unserem Herrn Jesus Christus im Mittelpunkt seines Wirkens. Wie es auch die Präambel der Satzung der Deutschen Waldenservereinigung ausdrückt: „Wir stehen auf der Grundlage der Bibel“. Dieses zentrale Bekenntnis war für ihn Gesetz und bestimmte sein Handeln. Ein Waldenser durch und durch. Werner Eiss war ein Zeuge unerschütterlichen Gottvertrauens in schönen wie in schweren Zeiten!

Große Dankbarkeit!
Werner Eiss hat bei der Deutschen Waldenservereinigung sichtbare Spuren hinterlassen, die immer noch nachwirken und noch lange nachwirken werden!

Meinen aufrichtigen Dank für seinen Dienst, konnte ich ihm in meinem letzten Brief an ihn zum Ausdruck bringen. Unter anderem schrieb ich ihm: „Was für eine wunderbare und wertvolle, unbezahlbare Arbeit Sie damals in Ihrer Amtszeit und weit darüber hinaus leisteten.

Die DWV kann sich bis heute glücklich schätzen, Sie, den Pfarrer, Werner Eiss über so viele Jahre als Vorsitzenden gehabt zu haben – und gerade zu jener Zeit, zu der Sie Vorsitzender waren, keine einfache Zeitepoche! Sie haben für mich die DWV/die Waldenser nachhaltig geprägt Und so möchte ich die Gelegenheit nützen und Ihnen aus tiefstem Herzen danken für alles was Sie für die Waldenser taten und tun!

Sie waren und sind ein großer Segen und haben durch Ihr Wirken „Waldensergeschichte geschrieben“. Sie waren, sind und bleiben für mich ein ganz großes Vorbild.“

Liebe Familie Eiss, auch Ihnen gilt unser herzlicher Dank,
ohne Sie hätte der Vater und Ehemann alle diese Aufgaben nicht erfüllen können. Herzlichen Dank für jegliche Unterstützung aber auch für jegliche Entbehrung zu Gunsten der Waldenserarbeit. Ihnen und uns allen sei daher ein Wort meines Lieblingswaldensers Giosué Gianavello mit auf den Weg gegeben:

Wenn ihr auf Hindernisse stoßt, verliert nicht die Geduld, verdoppelt euren Mut!
Nichts sei stärker als euer Glaube! Wer an Gott glaubt wird leben und niemals verderben.

So vertrauen wir darauf, dass Werner Eiss in alle Ewigkeit in Gottes Hand geborgen ist. Gott möge Ihnen, liebe Familie Eiss, in der schweren Zeit des Abschiednehmens besonders nahe sein.

Sie dürfen gewiss sein: Auch im Tod wird Werner Eiss einen Platz bei „seinen Waldensern“ behalten. Die Waldenser: Seine Liebe, sein Leben!

LUX LUCET IN TENEBRIS